Geschichte der Gemeinde Planebruch – Zusammenfassung
Damelang-Freienthal
Ur- und Frühgeschichte: Besiedlung ab der Jungsteinzeit, u.a. Speerspitzen und Klingen sowie ein Flachgräberfeld aus Bronze-/Eisenzeit entdeckt – etwa 40–90 Urnengräber gefunden im Jahr 1926. Speerspitzen, Feuersteinklingen und später ein Flachgräberfeld aus der Bronze- bzw. frühen Eisenzeit. später „Freienthal“, ein Kolonistendorf auf Verfügung Friedrich II. ab 1754.
Urkunden: Erste Erwähnung als Rundling im Jahr 1215; später im Landbuch von 1375 unterteilt in „Groß-“ und „Klein Damelang“ (letzteres später Freienthal) .
Brandschicksale: Vier Dorfbrände (1641, 1676, 1696, 1877), nach 1877 erfolgte der Aufbau der heutigen Dorfstruktur
einschließlich neu gestalteter, breiter Dorfstraße .
Kirche 1882: Die neoromanische Backsteinkirche wurde nach umfangreichen Planungen ab 1878 errichtet, geweiht am 18. Dezember 1882; umfangreiche Ausstattung nach Brand wird beschrieben (Kelch, Glocken, Orgel etc.), wobei die alte Glocke des Ersten Weltkriegs zum Opfer fiel.
Freienthal / Hackenhausen: Als 1750er-Jahre gegründete Spinnerkolonie („Teerofen“) entstand Freienthal südöstlich des Damelang; Hackenhausen siedelte sich 1928 an und wurde 1957 mit Freienthal vereint.
Struktur 1939–2002: Zahlreiche Bauern- und Kossätenstellen mit etwa 569 Einwohnern 1946 – Rückgang danach, 2002 Fusion mit Cammer zur Gemeinde Planebruch.
Freienthal besitzt das denkmalgeschützte Kirchen‑ und Schulhaus (1784) sowie eine 2004 zur 250-Jahr-Feier gepflanzte Friedrich-Eiche.
Cammer
Urgeschichte & Etymologie: Erste Nennung 1333 (als de Camere), vermutlich älterer Ortsname von Ter Kameren (Brüssel) abgeleitet. Zahlreiche latènezeitliche Urnengräberfelder, mit bis zu 91 Gräbern dokumentiert (1926 ausgehoben), belegen Siedlung um 100 v.Chr.–150 n.Chr.
Rittergut & Eigentümer: Ab 1375 Besitz der Familie von Rochow, ab 1609 der von Arnim, von 1609 bis 1945 im Besitz der Familie von Broesigke. Albert von Broesigke errichtete 1829 ein neues Herrenhaus nach Brand. Bis 1945 rund 1 070 ha Besitz, überwiegend Forstwirtschaft.
Gutspark & Schloss: Parkanlage ca. 12 ha, im Stil der Wörlitzer Gärten, mit Inseln, Kanälen, Brücken und Volieren; das Herrenhaus wurde 1949 abgetragen, heute erhalten: Grabhügel, Stall, Eiskeller, Forsthaus.
Zwei Mühlen & Technik:
Bockwindmühle: Errichtet 1894 als Ersatzbau nach Sturm, funktionsfähig restauriert 1984–2008, wird vom Heimatverein Cammer betreut; Windbetrieb saisonal möglich, ergänzt durch Motormahlvorrichtung seit 1934.
Rosenmüller-Mühle (Holländermühle): Seit ca. 1833 genutzt, heute Schrotbetrieb und lokale Lieferung noch bis 50 km Umgebung.
Kirche: Die mittelalterliche Dorfkirche stammt wohl aus dem 2. Halbjahr des 15. Jahrhunderts, wurde 1775 nach Osten erweitert; Glocke datiert auf 1471, Feldsteinbau mit späterem Mauersteinanteil.
Besonderheiten: Historische Grenzsteine (1582) markieren einstige Grenze Sachsen–Brandenburg entlang der Plane. Der Gutspark, zwei historische Mühlen und der Storchenpfad entlang Kanälen und Pfaden machen den Ort besonders reizvoll.
Cammer bietet mit Gutspark, zwei Mühlen, historischer Kirche und Grenzsteinrelikten eine besonders reiche Mischung aus Natur, Technik und Adelsherrschaftsgeschichte.
Oberjünne
Bis 1939 Teil von Cammer, dann eigenständiger Ortsteil; 2002 in Planebruch eingegliedert.
Ursprung als Vorwerk („Obergünde“) des Ritterguts Cammer. Das Dorf blieb über Jahrzehnte klein mit etwa 30 Büdnerstellen.
Heute gibt es das Büdnermuseum, das an die bäuerliche Büdnerkolonie erinnert, und eine Friedenseiche (Kienbaum) von 1870/71 unter Naturschutz – als lokales Wahrzeichen.
Oberjünne repräsentiert eine ländliche Streusiedlung mit Museum und historischen Natursymbolen –
ein Ort konservierter Tradition.
Einwohnerstatistik (Gesamt Planebruch) und Verwaltung
Nach historischem Ortslexikon und Amtlicher Statistik:
1981: Cammer 578, Damelang‑Freienthal 524, Oberjünne 137 → Planebruch als lose Region: ca. 1 239
2002 (direkt nach Fusionen): Gesamt 1 177
2021–2024: ca. 1 024 (2021), 1 011 (2022/2023), 993 (2024)
Die Gemeindevertretung besteht aus 10 Mitgliedern; bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 erzielten lokale Wählergruppen hohe Anteile. Der ehrenamtliche Bürgermeister Dr. Stephan Burow wurde in der Stichwahl am 30. Juni 2024 gewählt.
Verwaltungszugehörigkeit & Gemeindefusionen
Seit 1817 gehörten Cammer, Damelang und Freienthal zum Kreis Zauch Belzig in der preußischen Provinz Brandenburg; ab 1952 lagen sie im Kreis Belzig im DDR Bezirk Potsdam. Oberjünne war bis 1952 Teil Brandenburger Kreisgebiets.
Am 1. Februar 1974 fusionierten Damelang und Freienthal zur Gemeinde Damelang Freienthal.
Die heutige Gemeinde Planebruch entstand durch freiwilligen Zusammenschluss:
31. Januar 2002: Fusion von Cammer und Damelang Freienthal,
1. April 2002: Eingliederung von Oberjünne.
Seit 1993 gehören alle Orte zum brandenburgischen Landkreis Potsdam Mittelmark.
Name & geografischer Bezug
Der Name Planebruch wurde bewusst gewählt, um die vier Ortsteile gemeinsam zu repräsentieren – abgeleitet von der Plane und den typischen Feuchtwiesen/Niederungen („Bruch“) entlang ihres Laufes.


