Zwei-Mühlendorf
Bockwindmühle
Historisches
Die Geschichte der Bockwindmühle in Cammer reicht bis ins Jahr 1665 zurück. Ursprünglich als Gutsmühle errichtet, entwickelte sie sich über die Jahrhunderte zu einem wichtigen Bestandteil des dörflichen Lebens. Anfang des 19. Jahrhunderts ging die Mühle in Privatbesitz über und wurde von der Müllerfamilie Spiesecke betrieben, die neben der Mühle auch eine Bäckerei und Landwirtschaft führte.
Nach mehreren Sturmschäden und Umbauten – unter anderem der Umsetzung einer Mühle aus der Region Potsdam im Jahr 1894 sowie dem Einbau von Elektromotoren in den 1930er Jahren – wurde der Betrieb zunehmend modernisiert. Ab 1939 erfolgte das Mahlen ausschließlich elektrisch, bevor die Mühle 1951 stillgelegt wurde.
1982 ging die Mühle als Schenkung an die Gemeinde über und wurde unter Denkmalschutz gestellt. Es folgte eine umfassende Rekonstruktion, die 1989 mit einem großen Mühlenfest abgeschlossen wurde. In den Jahren 1997/98 wurde die Mühle erneut vollständig restauriert und technisch ertüchtigt.
Seit Herbst 2025 wird erneut an der Bockwindmühle restauriert. So hat die Mühle bereits neue und um 80 Zentimeter längere Flügel bekommen. Verschiedene Maßnahmen zum Wetterschutz, zur Betriebssicherheit sowie der Anbeu einer neuen, sichereren Außentreppe stehen noch aus und werden voraussichtlich bis in die Mitte des Jahres 2027 reichen.
Heute ist die Bockwindmühle Cammer ein seltenes, funktionstüchtiges Denkmal, das sowohl mit Wind- als auch mit Elektroenergie betrieben werden kann und damit ein lebendiges Stück regionaler Geschichte darstellt.
Weitere Informationen zur Bockwindmühle erhalten Sie auf der Seite des Dorf- und Heimatverein Cammer e.V., der sich um die Pflege, Erhaltung und den Schaubetrieb der kümmert.
Besichtigung
Die Mühle ist in der Saison von April - Oktober an jedem 2. Sonntag des Monats von 11:00 - 16:00 Uhr sowie am Mühlentag (Pfingsmontag) und am Tag des offenen Denkmals geöffnet. Der Saisonabschluss ist Ende Oktober bei der landkreisweiten Veranstaltung „Feuer und Flamme für unsere Museen“.
Bitte beachten Sie, dass die Mühle aktuell auf Grund der laufenden Sanierungsmaßnahmen keine regulären Öffnungszeiten hat.
Rufen Sie uns an oder nehmen Sie per E-Mail Kontakt zu uns auf.
Spenden werden gern gesehen.
Kontakt
Dorf- und Heimatverein Cammer e.V.
Hauptstraße 70, 14822 Planebruch OT Cammer
Tel.: 0176-81917469 (Lars Charlier) und 0162-4712853 (Gerhard Rettig),
E-Mail:
Kreatives
Zu der Mühle gibt es auch einen Bastelbogen für Kinder, der hier kostenlos heruntergeladen werden kann.
Außerdem gibt es einen von Frau Charlier gestalteten Malbogen, der hier heruntergeladen werden kann.
Standort:
Holländermühle
Historisches
Um das Jahr 1700 wurde neben der Gutsmühle in Cammer eine zwölfseitige Holländermühle aus Holz errichtet. Als erster Besitzer ist der Müller Wernitz überliefert, 1833 wird Johann August Wernitz genannt.
Nach einem Brand im Jahr 1830 wurde die Mühle 1833 durch Johann August Wernitz am Ostausgang des Ortes als Bockwindmühle neu aufgebaut. Doch auch sie blieb nicht von Rückschlägen verschont: Ein Sturm zerstörte die Mühle im August 1848, woraufhin sie erneut errichtet wurde. Nach einem weiteren Brand im Jahr 1889 entschied man sich für einen grundlegenden Neubau. In den Jahren 1890/91 entstand nach holländischem Vorbild eine steinerne Mühle.
Über Generationen hinweg blieb die Mühle im Besitz der Familie Wernitz, die seit 1545 in Cammer ansässig ist. Zu den bekannten Eigentümern zählen unter anderem Johann August, Julius, Gustav und Karl Wernitz. 1919 wurde die Mühle zeitweise mit einer Dampfmaschine betrieben. Nach einem erneuten Brand am 27./28. März 1933 erfolgte noch im selben Jahr der Wiederaufbau, diesmal mit moderner Technik: Zunächst kam ein Dieselmotor zum Einsatz, später wurde auf Elektromotoren umgestellt. Bereits 1937 lief der Betrieb ohne Flügel ausschließlich motorbetrieben.
Mit dem Bau eines modernen Getreidespeichers im Jahr 1948 wurde der Standort weiter ausgebaut. Auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts blieb die Mühle in Betrieb: 1987 arbeitete hier noch Müllermeister Heinz Kelch, 1997 war Meister Rosenmüller tätig.
Die Geschichte der Holländermühle Cammer ist geprägt von Wandel, Wiederaufbau und technischem Fortschritt – ein eindrucksvolles Zeugnis der Mühlen- und Dorfgeschichte über mehrere Jahrhunderte hinweg.
Kontakt
Hauptstraße 38, 14822 Planebruch OT Cammer
Tel.: 0173-4479881 (Eberhard Rosenmüller)






